Communitas – spirituelle Weggemeinschaft

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Die meisten Menschen um uns herum gehen nicht mehr in die Kirche. Der christliche Glaube spielt, wenn überhaupt, nur noch eine marginale Rolle. Wird unsere Gesellschaft immer gottloser? Unsere Beobachtung lehrt uns eines Besseren. Viele Menschen sind auf der Suche nach Gott, sind spirituell interessiert und würden darauf angesprochen wohl zur Antwort geben: Gott ja – Kirche nein!

Das Jahr 2017 sollte uns unter der Zielsetzung „Gemeinschaft bilden“ zu verstehen helfen, wie christliche Spiritualität im 21. Jahrhundert adaptierbar ist. Wir experimentierten mit einer Art von Besinnung – zuerst samstagabends, danach sonntagabends. Auf der Suche nach neuen Formen entdeckten wir unter anderem die Schönheit der Liturgie. Sich wiederholende Texte helfen, unseren Blick von uns weg auf Gott zu richten. Selbstformulierte Gebete können tatsächlich von Gott ablenken. Die Konzentration auf Gott in rezitierten, über die Jahrhunderte geformten Worten schaffen einen Raum, in dem wir zur Ruhe kommen. Wir begegnen Gott in neuer, nicht gekannter Tiefe. Dabei ist es für uns wichtig, Traditionen zu ehren, Altes wiederzuentdecken und Neues zu suchen. Denn: «Tradition ist nicht die Anbetung der Asche – sondern die Weitergabe der Flamme» (Thomas Morus).

Sammlung

In unserer Retraite im Nov. 2017 haben wir erneut danach gefragt, wie wir in unserer spirituellen Weggemeinschaft weitergehen. Eine für uns heisse Spur dreht sich um das Thema „Leben teilen“. Der Glaube muss sich in unserem Lebensalltag ausformen, ihn durchdringen und zum Ausdruck kommen. Tut er das nicht, verkümmert er in religiösen Ritualen. Eine Veränderung auf diesem Weg formt sich in einem definierten, aber familiären Zusammensein jeweils am Sonntagabend aus. Wir essen zusammen und feiern das Abendmahl dort, wo es Jesus Christus vor 2000 Jahren initiiert hat. In der Tischgemeinschaft.

Sendung

Jeden Montag von 09.00 – 17.00 Uhr geschieht dieses „Leben teilen“ mit unseren Mitmenschen. Hier erfährt der Mensch Würde, hier wird er mit seinen Nöten und Herausforderungen gesehen, hier erfährt er konkrete Hilfe. Wir erleben, dass sich Menschen aufrichten und getrübte Augen ihr Strahlen wiedererlangen. Unsere Gottesdienste vollziehen sich im Leben, an Orten, wo Gottes Liebe durch uns lebt. Die Ausformung der spirituellen Weggemeinschaft und damit unsere eigene Spiritualität, wird von den Menschen geprägt sein, die in die Gemeinschaft der Sammlung hineinwachsen werden.